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Aktuell Ausstellungen Veranstaltungen

Lotte Reimann: Untitled (embrace)

20.7.- 22.8. 2021 Durch das Fenster einsehbar im Rahmen von #openaccessart

20.7.21 19- 22 Uhr Soft Opening mit Lotte Reimann im Elsa.

In Zeiten von social distancing wird der Körper einmal mehr zum politischen Objekt und rückt ins Zentrum unserer Handlungen, während tatsächliche körperliche Erfahrungen hinter
Displays und in gekachelten, virtuellen Zoomsitzungen verschwinden.
Die Licht-Bild-Installation „Untitled (anachronism)“, 2021 zeigt, sichtbar allein durch die Fensterscheibe des Ausstellungsraumes, den haptischen Textildruck des Portraits einer Frau,
die wortwörtlich bis zum Hals im Schlamm steckt und dabei ekstatisch ihre Arme in die Höhe streckt. Frei nach dem Motto „Embrace the stink“ zelebriert die Installation zugleich das
Fantastische und das Fatale des physischen Daseins der Menschen.

Lotte Reimann studierte Bildende Kunst mit einer Neigung zu fotografischen Bildern.
Ihre Arbeiten geben Einblicke in persönliche Welten und lassen dabei Raum für ihre eigene künstlerische Perspektive. Gefundene und eigene Bilder, Texte und Töne verbinden sich leichtfüßig zu offenen Narrativen. Diese fragmentarischen Erzählungen rühren an bestehenden Machtstrukturen, z.B. zwischen Autorin und Subjekt. 
Der ‚erotische‘ Körper in der ‚modernen‘ Gesellschaft und das Archiv als kontroverses Werkzeug sowohl des Verstehens als auch zur Autorisierung sind wiederkehrende Themen ihrer Untersuchung. Durch die Zusammenarbeit mit den sogenannten ‚Anderen‘ knüpft Lottes Arbeit lose an postkoloniale Theorien an. Die Geschichten und Charaktere schimmern in Mehrdeutigkeit und Unerklärlichkeit. Es sind Erzählungen, die sich der Klärung entziehen und die endgültige Aussagen vermeiden, die Stereotypen verwerfen und konventionelle Analysen herausfordern.
Lottes Arbeiten wurden international in der Europäischen Union und in den USA gezeigt und diskutiert.2019/20 war sie Teilnehmerin des post-graduate Programms der Niederländischen Jan Van Eyck Academie.

installation at ELSA Kunst&/Raum, Bielefeld
installation at ELSA Kunst&/Raum, Bielefeld
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Joanna Schulte: Hin und her ist nicht vor und zurück

31.5.2021-17.7.2021. Durch das Fenster zu sehen und beleuchtet täglich bis 22 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend / Führungen: Freitag 16. Juli 11-19 Uhr + Samstag 17. Juli 11-16 Uhr 2021

Die Künstlerin Joanna Schulte aus Hannover befasst sich in ihrer Arbeit mit Installationen, die Erinnerungen und Sehnsüchte thematisieren. In der Ausstellung „Hin und Her ist nicht vor und zurück“, die in der Reihe #openaccessart  im Kunstraum Elsa in Bielefeld gezeigt wird, wandelt sich der Innenraum zum Außenraum, und umgekehrt. Für das Publikum findet der Zugang zur Ausstellung durch das Fenster statt. Es ersetzt die Theaterloge und die Galerie wird zum Bühnenraum. Dort befindet sich ein Wanderweg auf einem Boden aus Rindenmulch. Ein im Grunde vertrauter Anblick, ist der Wald doch gerade jetzt einer der wenigen Orte, an denen das Betreten gestattet ist. Der Weg führt hin und her, aus einem Raum in den anderen und zurück. Wohin gehen wir, wenn wir nach Innen gehen? Begleitet werden die Gedankengänge von einer Soundinstallation im Außenlautsprecher.

Innen an der Wand hängen große Bilder von Landschaften. In ihnen, von hinten aufgenommen, steht eine einsame Frau in Rot, es ist die Künstlerin. Auch diese Bilder sind einem so oder ähnlich vertraut: in der Malerei Caspar David Friedrichs (Der Wanderer) oder, preiswerter, als Fototapete. Das ungewöhnliche ist hier die Frau, sie ist zu klein, um als Fotoobjekt zu dienen, trägt aber auch keine Wanderkleidung. Einsam, eigenständig und leuchtend durchstreift sie wie eine Erscheinung die Landschaften. 

Die Sehnsucht nach der Natur ist zugleich die Sehnsucht nach dem Abbild der Natur, nach einem Naturerlebnis das weit entfernt ist von der Bedrohung und der Ohnmacht, die die Natur dem ungesicherten Menschen gegenüber bedeutet. Der Wanderweg symbolisiert das Versprechen einer Ordnung: Setze Deinen Fuß auf mich. Ich weise Dir den Weg.

You can look but you can’t touch, das Motto von Museen und Stripclubs, was bedeutet es hier? Die Galerie ist, von außen einsehbar, eine Erweiterung des öffentlichen Raums. Die Fotografie ist ein Fenster in die Ferne,  und das Fenster vor meiner Nase bildet den Rahmen meiner Wahrnehmung. Ich sehe den Wanderweg, ich laufe auf ihm (in der Imagination). Ich stehe am Fenster, mitten in der Innenstadt, und hoffe, dass die Radfahrer mir ausweichen. Wie viele Menschen verbringen die Zeit in der Pandemie im Inneren vor Glas. Schauen, Warten. Auf das Ende der Quarantäne, auf das Ende der Pandemie, auf den Impfstoff. Hier kann man in ein anderes Fenster schauen, und seiner eigenen Sehnsucht begegnen: nach Reisen, Eigenständigkeit, und vielleicht das Wichtigste: einem Weg

Katharina Bosse

Postkarte zum Mitnehmen und Verschicken aussen am Eingang Elsa-Brändström-Str. 13
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Aktuell Ausstellungen Veranstaltungen

Ira Thiessen „Kukushka“

Sonntag – Dienstag 23.5.-25.5. 15-19 Uhr Fensterführungen live mit Ira Thiessen. 19-22 Uhr ist die Ausstellung beleuchtet.

Ira Thiessen wurde 1983 in der ehemaligen Sowjetunion in Bishkek, Kirgisistan, geboren. Diese Herkunftsgeschichte inszeniert sie in ihrer aktuellen Arbeit KUKUSHKA (dt. Kuckucksuhr) in einer Installation mit Fotografien und Objekten.

Schon während ihres Fotografiestudiums an der Ostkreuzschule in Berlin befasste sich die Künstlerin mit der Identität der Russlanddeutschen in Deutschland und behandelte im Jahr 2015 das Thema in Ihrer Abschlussarbeit PRIVET GERMANIA (dt. hallo Deutschland). Die familiäre Kulturgeschichte bildet einen roten Faden in ihren Arbeiten, an den sie auch mit dem neuen Fotoprojekt KUKUSHKA anknüpft.

Hier erforscht und inszeniert sie die persönlichen Dinge neu, die die Familie bei der Ausreise aus der damaligen Sowjetunion in ihre Koffer packte. Porzellan, Kristall und Uhren „Made in UDSSR“. Kuckucksuhren, die als deutscher Exportschlager auch in Russland sehr beliebt waren. In die Installation finden aber auch Dokumente, Rezepte, Schmuck und Fotografien Eingang, die vorher gut verstaut in Schubladen und Kellern gelagert waren.

Persönliche und individuelle Gegenstände werden so zum Abbild der kollektiven Erinnerungen an die Sowjetzeit.

Die Ausstellung wurde in der Katgorie „Alleinerziehende Künstlerinnen“ von einer Jury unter der Teilnahme von Christina Végh, Kunsthalle Bielefeld, und Katharina Bosse, FH Bielefeld, ausgewählt.

Interview

1.Was ist das Thema deiner Arbeit? 

In meinenen Arbeiten setze ich mich mit meiner eigenen Herkunftsgeschichte auseinander. In KUKUSHKA erforsche und inszeniere ich die persönlichen Gegenstände neu, die meine Familie bei der Ausreise aus der damaligen Sowjetunion in ihre Koffer packte. Foto und Rauminstallation werden zum Abbild kollektiver Erinnerungen an die Sowjetzeit. 

2. Wie hast du die Arbeitsbedingungen im Kunstraum Elsa nutzen können? 

Über vier Wochen standen mir mehrere Räume im Kunstraum Elsa zur Verfügung. Ein Arbeitsatelier und zwei Ausstellungsräume. Ich konnte gleichzeitig alle Räume nutzen, so dass ich während der vier Wochen die Chance hatte, meine (erarbeiteten Werke) Arbeiten in den Galerieräumen parallel mit auszustellen. 

3. Was ist das besondere an dieser Ausstellungssituation (unter Pandemiebedingungen)? 

Das Besondere an dieser Ausstellungssituation war, dass trotz des Eintrittsverbots wegen der Hygienevorschriften, Menschen meine Arbeiten durch das Fenster sehen konnten. Durch geöffnete Fenster haben wir den Besuchern die Möglichkeit gegeben meinen Arbeitsprozess, so wie die fertige Arbeit verfolgen zu können. 

4. Die Fenster stehen offen, und Leute kommen vorbei und sehen die Ausstellung durch das Fenster – kannst du diese Situationen beschreiben? Was wird gefragt? 

Sie waren sehr erfreut darüber, trotz der eingeschränkten Bedingungen, Kunst sehen zu können. Man hatte durch das geöffnete Fester guten Einblick auf die Arbeiten und genug Abstand zu den Personen. Es wurde oft gefragt, im welchem Zusammenhang das Arbeitsstipendium ausgeschrieben wurde. Dann natürlich auch viele persönliche Fragen zu meiner Herkunft, um die es in meiner Arbeit geht. 

5. Wie siehst du deine Situation als Mutter und Künstlerin? welche Erfahrungen hast du damit gemacht? 

Ich habe 2015 meinen Abschluss in künstlerischer Fotografie an der Ostkreuzschule in Berlin gemacht und durfte meine Abschlussarbeit auch außerhalb Deutschlands zeigen. Als ich 2016 von einer Reise nach Peking zurückkam, wo ich ein Workshop im Deutsche Goethe-Institut zum Thema konzeptuelle Fotografie leitete, erfuhr ich, dass ich schwanger war. Die Vorstellung, dass meine künstlerische Entwicklung damit jäh gestoppt werden würde, machte mich traurig. Bis mich dann unter anderem ein Artikel von Katharina Bosse in der Monopol Ausgabe „Das letzte Tabu: Kunst und Kind“ dazu motivierte, Kunst und Mutter sein nicht losgelöst voneinander zu betrachten. 

Damals kannte ich Katharina noch nicht, war aber sehr froh zu erfahren dass es diese Frauen gibt: Erfolgreiche Künstlerinnen mit Kindern. 2017 kam mein Sohn zur Welt und Anfang 2019 beschloss ich dann Berlin zu verlassen, weil ich dort mit meinen Projekten zeitlich und räumlich nicht vorankam. Also zog ich zurück nach OWL. Kompletter Neustart und kein Geld für eine neue Arbeit. Ich verkaufte alle meine komplette analoge Ausrüstung, und kaufte mir dafür eine einfache digitale Kamera, um wieder arbeiten zu können. Dann begann ich 2020 mein Projekt KUKUSHKA umzusetzen. In diesem Jahr habe ich mich um einige Stipendien bemüht, leider mit wenig Erfolg. Vielleicht lag es daran, dass ich bis dato nur eine Arbeit vorzuweisen hatte oder weil ich so lange pausiert hatte, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall empfand ich es als sehr mühsam Kind, Job, das Projekt und die vielen Bewerbungen für Stipendien, unter einen Hut zu bekommen. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie kann ich es schaffen meine Arbeit ohne finanzielle Unterstützung umzusetzen? Kein Material, kein Atelier und kein Babysitter – es war zum Verzweifeln. Dann kam die Ausschreibung für das Arbeitsstipendium von Katharina Bosse. Große Freude schließlich, die Jury entschied sich für mich. 

Während diesen arbeitsintensiven vier Wochen, konnte ich dann endlich die Arbeit KUKUSHKA in einer Foto und Rauminstallation realisieren.
Ich finde es generell schwierig sich als Künstlerin in der Kunstwelt zu etablieren und als Mutter ist es noch schwieriger, da der verlangsamte Arbeitsprozess nicht gutgeheißen wird und immer noch die Vorstellung vorherrscht, dass Mütter nicht auch gleichzeitig gute Künstlerinnen sein können. 

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Künstlergespräch Jeff Desom

Am 30.3.2021 um 18 Uhr

Thema: Jeff Desom Artist Talk
Uhrzeit: 30.März.2021 06:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien

Zoom-Meeting beitreten

https://fh-bielefeld.zoom.us/j/93850497650?pwd=dm1FdWFCRm5ETTUwdUJnVU8wdWtJZz09

Meeting-ID: 938 5049 7650

Kenncode: 212278

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Aktuell

Arbeitsstipendium im Kunstraum Elsa

Für Alleinerziehende* Künstlerinnen aus der Region Bielefeld

Bewerbung bis 8.4.2021

Dieses Stipendium richtet sich an im weiten Sinne alleinerziehende* (siehe FAQ) Künstlerinnen als einer von der Kunstförderung häufig ausgeschlossenen Gruppe.

Es umfasst die kostenlose Nutzung eines Arbeitsraums, eine Ausstellung im Kunstraum Elsa in Bielefeld, und einen Produktionskostenzuschuss. Das Stipendium ist auch im Fall eines Lockdowns durchführbar.

Zeitraum: 26.4.-26.5.2021

Jury:

Christina Végh, Kunsthalle Bielefeld

Katharina Bosse, FH Bielefeld

Bewerbungen bis 8.4.2021 bitte mit einem Portfolio (10-15 Bilder), Lebenslauf und einer Projektskizze für die Ausstellung als PDF.  Die Ausstellung kann mit neuen oder bereits vorhandenen Arbeiten geplant werden. Grundriss siehe FAQ.

PDF bitte per Email: info@elsa-art.de

FAQ:

Bin ich alleinerziehend* im Sinne dieses Stipendiums?

Das Stipendium richtet sich nicht nach der gesetzlichen Definition von „alleinerziehend“. 

Beantworten Sie bitte diese Fragen:

-Sind Sie primär (im Alltag alleinerziehend) für die Kinderbetreuung zuständig ?

-Haben Sie bereits beschlossen, sich nicht mehr auf Residenzstipendien zu bewerben, weil Sie in der Ausschreibungen diese Formulierung lesen „die Stipendien sind für Einzelpersonen vorgesehen“ oder wurde Ihnen ein zugesagtes Stipendium abgesagt, weil Sie ihre Kinder mitbringen wollten?

-Sind Sie daher in einer Situation, in der Sie vermutlich über Jahre hinweg von Teilen der Kunstförderung ausgeschlossen sind?

Dann bewerben Sie sich bitte, unabhängig davon, ob Sie alleine oder mit einem anderen Erwachsenen im Haushalt leben.

Wie weise ich nach, dass ich professionelle Künstlerin bin?

  1. Abgeschlossenes Studium an einer Kunstakademie oder im Bereich Design/Gestaltung
  2. Ausstellungs- und Publikationsliste
  3. Studierende in einem Aufbaustudiengang oder Künstlerinnen ohne Hochschulabschluss können sich mit einer Ausstellungs- und Publikationsliste bewerben

Was ist mit Region Bielefeld gemeint?

Das Stipendium richtet sich an Künstlerinnen, die keinen zusätzlichen Wohnraum benötigen, um es anzutreten, sondern die Entfernung zur eigenen Wohnung gut bewältigen können. Entscheiden Sie bitte selbst, wie das bei Ihnen der Fall ist, wenn Sie sich aus umliegenden Gemeinden bewerben.

Wie läuft das Stipendium ab? Besteht Anwesenheitspflicht?

Die Vereinbarkeit der künstlerischen Arbeit mit der Familie ist ein Ziel des Stipendiums, das in individuellen Absprachen ermöglicht wird. Die Anwesenheit im Kunstraum ist erwünscht, aber zeitlich flexibel, und kann Stunden- oder Tageweise erfolgen.

Kinder können gerne zur Arbeit mitgebracht werden.

Das Ziel ist es, einer Erleichterung bei der Vereinbarkeit von Familie und Kunst zu schaffen, nicht eine zusätzliche Pflicht. Bitte bei der eingereichten Projektskizze auf die Durchführbarkeit achten, also eine realistische Einschätzung der eigenen Zeit/Energie.

Wie hoch ist der Produktionskostenzuschuss?

500 Euro

Zu welchen Zeiten kann der Arbeitsraum genutzt werden?

24/7. Die Größe ist 20 qm. Siehe Grundriss im Anhang.

An wen wende ich mich mit Fragen? 

Email: info@elsa-art.de

Das Stipendium findet unter der Betreuung von Prof. Katharina Bosse (FH Bielefeld) statt.

Katharina Bosse ist seit 16 Jahren alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, Professorin und Künstlerin. Sie ist Ansprechpartnerin für organisatorische, künstlerische und Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Wo befindet sich der Kunstraum Elsa?

In der Innenstadt in Bielefeld zwischen Bahnhof und Jahnplatz.

Elsa-Brändström-Str. 13

33602 Bielefeld

www.elsa-art.de

Was kommt in die Bewerbung?

Ein Portfolio mit 10-15 Bildern, beschriftet mit Titel/Jahr/Serie

Artist Statement

Ausstellungs- und Publikationsliste

Projektskizze für den Ausstellungsraum im Kunstraum Elsa

Kontaktinfo: Email und Telefon für Nachfragen

Abgabe bis 8.4.2021 als PDF an info@elsa-art.de

Warum ist das Stipendium nur für alleinerziehende Mütter?

Mütter sind momentan von einem großen Teil der über Residenzstipendien stattfindenden Kunstförderung ausgeschlossen. Sie sind systematisch darin benachteiligt, sich einen Lebenslauf aufzubauen, zu dem jurierte Stipendien gehören. Dieser Nachteil wirkt sich auch langfristig als „Lücke im Lebenslauf“ aus. Der Begriff „alleinerziehend“ bezieht sich hier auf die primäre und in Vollzeit stattfindende Zuständigkeit für die Kinderbetreuung, nicht auf die Anzahl der im Haushalt lebenden Erwachsenen.

Mehr Infos zur Benachteiligung von Müttern in der Kunst und einen Aufruf zur Veränderung finden Sie unter: http://mehrmütterfürdiekunst.net

Grundriss Kunstraum Elsa

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Aktuell

Filmprogramm und Textbroschüre „Rear Window“

ab dem 14.3.2021 werden die Broschüren kostenlos zum Mitnehmen am Eingang des Kunstraums Elsa ausgelegt.

Als Vorschau und zum Download finden Sie die beiden Publikationen hier.

Die Broschüren können gegen Versandkosten auch gedruckt bestellt werden.Email: info@elsa-art.de

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Aktuell Ausstellungen Veranstaltungen

Jeff Desom: Rear Window

12.Februar.- 4. April 2021 | | täglich 17.00 – 22.00 Uhr

Im Rahmen des Programms „open access art“ gibt es die erste Ausstellung im Kunstraum Elsa zu sehen. Der Künstler und Filmemacher Jeff Desom aus Los Angeles zeigt in seiner Videoarbeit „Rear Window“ eine digitale Transformation des berühmten Klassikers „Das Fenster zum Hof“ von Alfred Hitchcock. 

Der Film handelt von einem Fotografen, der sein Zimmer nicht verlassen kann, und durch sein Fenster Indizien für einen Mord im Hinterhof beobachtet, die niemandem sonst auffallen.

Jeff Desom rekonstruiert den Hinterhof als Bühne. Die Szenen im Apartment des Fotografen wurden herausgeschnitten, so dass nur die Handlung im Hof zu sehen ist. 

Ein Trailer der Installation von Jeff Desom im Kunstraum Elsa, Bielefeld

Die Rolle des Betrachters  wird nicht mehr vom Schauspieler James Stewart eingenommen, sondern von den Betrachter*innen der Ausstellung. In der Installation im Kunstraum Elsa hat das Fenster eine unmittelbare Bedeutung. Man sieht den Film von der Straße aus, durch das Fenster.

Die Beziehung von Innen und die Außen sind in dieser Installation vielschichtig erfahrbar. Das Fenster steht hier nicht nur symbolisch für den Blick,  es ist auch ein Symbol für ein durch Corona verändertes Erleben von Distanz und Nähe.

Mehr zu den Hintergründen dieser und der folgenden Ausstellungen unter open access art

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Aktuell Veranstaltungen

open access art

Das Konzept dieser Reihe wurde unter den Bedingungen und Eindrücken der veränderten Erfahrbarkeit von Kunst in Zeiten der Corona-Pandemie entwickelt.

Die Ausstellungen sind durch und in den Fenstern des Kunstraums Elsa, sozusagen „en passant“, täglich zu den angegebenen Zeiten sichtbar.

Die Räume wandeln sich im Laufe der Ausstellungszeit. Das gesamte Konzept der Ausstellungsreihe ist auf den Wandel, die Bewegung und das Erleben hin ausgerichtet.

Erfahrbar sind die Ausstellungen zum einen unmittelbar in der Innenstadt in Bielefeld, zum anderen im digitalen Raum auf der Website, durch Trailer und Interviews.

Im Herbst, als es deutlich wurde, dass Corona nicht so schnell vorbei sein würde, begann ich wie viele andere darüber nachzudenken, was das für die Kunst bedeuten würde. Wie würde sich die Ausstellung, und das Machen von Ausstellungen verändern? Und was konnte ich vor Ort, mit dem Kunstraum Elsa in Bielefeld, bewirken?

Ein wichtiger Gedanke dazu ist access, der Zugang zur Kunst. Dieser Begriff betrifft so viele Bereiche: Von den wichtigen Debatten um mehr Diversität unter den Künstler*innen bis zu den Schließungen durch die Corona-Beschränkungen. Aber auch vor Corona gab es Teile der Gesellschaft, denen der Zugang zur Kunst gefehlt hat, vielleicht aus Scheu, aus Mangel an Zeit und Geld, oder weil sie sich in Kunsträumen fremd fühlen.

Eine Krise ist immer ein Anlass zur Reflexion und zum Wandel. In welchem Verhältnis stehen Raum, Werk und Betrachter*in, und wo dockt die Vermittlung von Kunst an?

Das Jahresprogramm „open access art“ beginnt mit „Rear Window“, der Ausstellung einer Videoanimation nach Hitchcock von Jeff Desom (Los Angeles). Räumlich versetzt finden sich die Betrachter*innen ganz real vor einem Fenster wieder: der Film, der von dem „Fenster zum Hof“ handelt, wird wieder durch ein Fenster beobachtet.

Die Ausstellung folgt nicht einem wellenförmigen Ablauf mit der Eröffnung als Höhepunkt. Sie kann es nicht, und es ist auch interessant zu sehen, was geschieht, wenn sie es nicht tut. Sie ist in einzelne Segmente unterteilt. In zeitlichen Abständen von einigen Wochen erfolgt eine Veränderung, die jeweils Elemente der Kunst und der Kunstvermittlung reflektiert. 

Phase 1

Introvertiertheit. Das Kunstwerk kündigt sich selbst an. Niedrigschwellig, geradezu beiläufig, ist es für jeden sichtbar der die Elsa-Brändström-Str. nach Dunkelheit passiert, und einen Blick durch das Fenster wirft. Es ist langsam, bedächtig, unaufdringlich. Und doch, für den achtsamen und neugierigen Blick, ein kleines Ereignis in der Dunkelheit.

Phase 2

Interaktion. Werk/Film, Fenster/Blick, Text/Bild. Ein Broschüre zum Mitnehmen.

Zum Betrachten kommt ein interaktives Element: Blättern, in die Tasche packen, lesen. Oder: herunterladen, ausdrucken. Die Interaktion ist haptisch, aber sie ist auch theoretisch: im Text finden sich Informationen,  Hintergründe und Denkansätze.

Phase 3 

Die Ankündigung. Bis jetzt konnte man das Kunstwerk organisch wahrnehmen, von jetzt an wird es einem angekündigt. Es gibt einen Hinweis in einem zweiten Fenster, in einem zweiten Raum. Wie verändert sich die Bedeutung und die Zugänglichkeit eines Werkes, wenn man informiert wird, wenn auf es verwiesen wird?

Phase 4

Die Auswahl. In Phase 4 wird der Prozess der Auswahl thematisiert, indem ich ihn rückgängig mache, und auch die Kunstwerke auf den Nachrückerplätzen dürfen wieder mitspielen.

Die Ausstellungsreihe wird gefördert von dem Programm „Neustart Kultur“