Christine Erhard: „Re:Fragments“


Christine Erhard, Nature Morte II, 2025 © Christine Erhard, VG Bild-Kunst, Bonn

Christine Erhard: „Re:Fragments“

21.03–11.04.2026

SA. 21.03.26 ab 18 Uhr Eröffnung
SA. 11.04.26 ab 16 Uhr Finissage und Künstlerinnengespräch

Öffnungszeiten
28.03.26 14–18 Uhr, 09.04.26 14–18 Uhr, Termine nach Absprache

Die Ausstellung „Re:Fragments“ präsentiert aktuelle fotografische Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Christine Erhard im Kunstraum Elsa. Die Künstlerin, die bei Fritz Schwegler Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, zeigt hier erstmals eine neue Werkgruppe, die sich mit Referenzen zu Stillleben des Kubismus auseinandersetzt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen komplexe fotografische Kompositionen, die vertraute Sehgewohnheiten bewusst irritieren. Die Motive erschließen sich nicht auf den ersten Blick, sondern fordern zu einer vertieften Auseinandersetzung auf. Wahrnehmung wird dabei nicht bestätigt, sondern hinterfragt – das Bild wird zum Denkraum.
Eine wesentliche Methode ist die Multiperspektive: Unterschiedliche Blickwinkel und neu entwickelte Bildformate bestimmen die Konstruktion der Bildobjekte. Formen, Flächen und Farben entziehen sich einer eindeutigen Lesbarkeit; sie verschieben sich zwischen Abstraktion und Andeutung, zwischen Erkennbarkeit und Auflösung. Die als Akronyme angelegten Titel verweisen auf zugrunde liegende, meist malerische Referenzen und öffnen zusätzliche Bedeutungsebenen.
Dem fotografischen Bild geht häufig ein experimenteller, prozesshafter Umgang mit Material und Raum voraus. Skulpturale Elemente entstehen im Spannungsfeld zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und werden im fotografischen Akt in eine neue, flächige Ordnung überführt. So entstehen Bildräume, die gleichermaßen konstruiert wie fragil erscheinen.
„Re:Fragments“ versteht sich als Einladung zur aktiven Betrachtung. Statt eindeutiger Deutungen eröffnet die Künstlerin Assoziationsräume, in denen kunsthistorische Bezüge – etwa zum Kubismus – als eine von vielen möglichen Referenzen lesbar werden. Die Ausstellung macht das Sehen selbst zum Thema und fordert dazu auf, Gewohntes neu zu befragen.

kuratiert von Miriam Hüning, freiberufliche Kunst- und Designwissenschaftlerin, Kuratorin, lebt und arbeitet in
Essen/Düsseldorf