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Yoon Sun Yang: From Sea to See

Die wortwörtliche Übersetzung von Fotografie („Zeichnen mit Licht“) inspirierte Yoon Sun Yang zu seiner fotografischen Arbeit, bei der er Algenblätter ablichtete – jedoch ohne einen klassischen Fotoapparat zu nutzen. Yang verwendet die Algenblätter, Kim, die sonst als Nahrungsmittel bekannt sind, als Medium für Fotoexperimente: Er entwickelte aus ihnen im Labor Fotos, wie sie sonst vom Negativ abgezogen werden oder scannte die Algenblätter am Computer ein wie bei der Digitalisierung von Negativen und Dias.

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Lilly Urbat: Kraftakt

Lilly Urbat generiert ihre fotografische Arbeit über performative Prozesse. Als dokumentarische Fiktion erzählt sie Geschichten und behauptet Situationen, die oft einen sozialen oder politischen Kommentar enthalten. Die Arbeiten sind sowohl schonungslos als auch sensibel und zeigen durchaus Humor.

In der Ausstellung:

Eine Serie aus 23 Fotografien, die die Künstlerin selbst zeigt, während sie verschiedene Männer hält oder trägt. Als Inspiration dienten Bilder stolzer Jäger, die fröhlich mit ihrer toten Beute posieren.

Lilly Urbat, *1988 in Hersbruck, DE, studierte zunächst Design und Medienkunst, später Fotografie bei Juergen Teller an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 

Sie ist Mitglied des Kollektivs „femalephotographers.org“

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Stir it up!

Klasse Bisky reloaded

 Vernissage am Freitag, 6. September 2019 18 Uhr -22 Uhr mit live Musik von High Society Ping Pong

Finissage in Anwesenheit der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler am Freitag, 20. September 2019 um 18 Uhr

Roxana Alvarado, Petra Amtsberg Hofmann, Bernhardine Bahri, Claudia Bartholomäus, Norbert Bisky, Evarist Chikawe, Tim Dammermann, Andrea Interschick, Nefeli Psomopoulou, Beate Köhne, Sebastian Ritschel, Sylvia Mehnert-Kalenda, Alexandra Negru, Markus Proschek, Irmhild Schaefer, Heinz Stoewer, Isolde Tomann, Jean-Marc Umiker, Regine Wolff, Alexandra Yanchenko, Max Tilsit, Eva Maria Prilisauer, Ditrich Gasch, Jan Ziegler Galerie 

 Hintergrund:

Es war ein heißer Sommer vor fünf Jahren. Die Sonne brannte, und hinter den dicken Mauern der Festung Hohensalzburg staute sich die Hitze. Mag sein, dass dies die Teilnehmer der Klasse von Norbert Bisky damals besonders zusammenschweißte. In der Internationalen Sommerakademie im österreichischen Salzburg arbeiteten sie drei Wochen lang unter Leitung eines der bekanntesten deutschen Maler (Assistenz Markus Proschek und Céline Burnand). Nur wenig später organisierte eine Teilnehmerin die erste gemeinsame Gruppenausstellung in ihrer Heimatstadt Irkutsk in Sibirien, zu der ihre Kollegen die Bilder noch per Post schickten. Seitdem trifft sich die Malerklasse jeden Sommer mit ihrem Dozenten zu einer gemeinsamen Ausstellung. 2015 zeigten sie dem Berliner Publikum und einander neue Werke, 2016 fand die dritte gemeinsame Gruppenausstellung in München statt, 2017 traf man sich in Osnabrück und 2018 in Braunschweig. STIR IT UP – unter diesem Motto steht die diesjährige Ausstellung in der Bielefelder Galerie Elsa. Und wieder kommen die Teilnehmer aus aller Welt: Sie reisen aus allen Teilen Deutschlands an, aus Russland, Tansania, Österreich, der Schweiz, den Belgien und Griechenland. Jeder bringt ein Bild mit, auch Norbert Bisky und sein Assistent Markus Proschek. Zur Finissage am 20. September werden alle Ausstellenden anwesend sein. 

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It‘ Public !

Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Public Art Biennale „Plakartive“ 2019

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Der analoge Moment

Zeitgenössische Fotografie

Internationale Gruppenausstellung im „Elsa“ –  Kunst / Raum 

Elsa-Brändström_Str. 13, 33602 Bielefeld

Eröffnung: 27.4. 18-01 Uhr Uhr

Laufzeit 28.4.-14.6.

Künstler*innen

Laura Bielau (DE) Color Lab Club „Schuss““Gegenschuss“ analog C-Print 2016

Katharina Bosse (DE)

„A Portrait oft he Artist as a Young Mother“, analog C-Print, 2011

Childrens Portraits“ analog C-Prints 2014-2019

Alexander Gehring (DE), „Alchemy of Colour“, analog C-Prints 2018

„Messages form the Darkroom“  analog C-Prints 2010

Rebecca Hackemann (USA) „Roadside America“, discontinued Impossible Project Instant Film, 2015 – 2018

Emilia Hesse (DE) (23) „Actress“, analog C-Prints 2018

Karsten Kronas (DE) „eternal error“, analog C-Print,  2018/19

Erica Shires (USA) „Space Girl“, Nassplatten-Kollodium auf Aluminium 2018/19

Tammo Strecker (DE) , „Lichtempfindlichkeit“,S/W  analog Prints 2018

Various Artists from Instagram (International) #filmisnotdead Slideshow 2019

Was ist analoge Fotografie heute: Ist sie nostalgisch, romantisch, eine Beschäftigung für hartnäckige Melancholiker, die gerne betrübliche Nachrichten über Insolvenzen und nicht weiter geführte Produkte vernehmen? Oder ist, wie Umfragen der letzten 2 Jahre ergeben,  die Fotografie mit Film  hip und on-the-rise, ein Bedürfnis gerade auch junger Fotograf*innen?

Die analoge Fotografie hat eine Kehrtwende hingelegt :  Von der aussterbenden Art ist sie, in mancher Hinsicht mit der Vinylplatte vergleichbar, zurückgekehrt.

In der im Jan veröffentlichten Umfrage von Ilford geben 24 Prozent der Nutzer an, neu auf dem Gebiet der Fotografie mit Film zu sein. 30 Prozent kehren zum Film zurück, nachdem sie jahrelang ausschließlich digital gearbeitet haben. Der Rest sind diejenigen, die sich nie so ganz trennen konnten, und sei es für die eigenen Projekte. 

Es sind gerade die jungen Fotograf*innen, die leidenschaftlich auf Film fotografieren,  und dabei die Beratung im Fachgeschäft suchen, wie Marc Stache von FotoImpex berichtet. Bei Susanna Kirschnick vom GoLab in Berlin  steigt die Nachfrage nach Workshops und Arbeitsplätzen, und im Fotostudium an der  FH Bielefeld sind die analogen SW und Farblabore beliebt bei den Erstsemestern. Hier erleben sie etwas, mit sich und der Fotografie, das ihnen eine völlig neue Erfahrung ermöglicht. „Ich nutze und lerne dann sozusagen analoges Photoshop.“ (Tammo Strecker, 23, experimentelle Arbeit mit Solarisation)

„2010 kam Instagram auf den Markt, mit dem analogen Filter-Look. Wir schmunzelten über die App, aber nicht über deren Durchschlagkraft. Retro war immer schon das Backup jeder Jugend“ (Karsten Kronas). 

Die Gründe für das Verlangen nach dem Analogen ähneln sich: sie liegen in der Ästhetik, dem Erleben, und in der Vergewisserung der eigenen fotografischen Identität.

Wie funktioniert diese Ästhetik, die ja auch in  der digitalen Nachbildung als Filterpack beliebt ist? Film verfügt über Farbtöne, die je nach Hersteller wiedererkennbar sind,  sowie eine materialspezifische Schärfe. Wenn man heranzoomt, ergibt sich, wie in Antonionis „Blow Up“ eine zweite Ebene hinter dem eigentlichen Bild: ein chaotisches visuelles Muster, das einen neurologischen Effekt hat, und im Rauschen zwischen dem Korn erzeugt wird. Dieses unterschwellige Grundrauschen steht für das Abtasten des Bildes, ähnlich dem Geräusch, mit dem die Nadel eine Schallplatte zu Beginn abtastet, ohne dass ein Ton der Musik erklingt.

Aus der  Selbstabbildung des fotografischen Materials lassen sich ästhetisierte neue Bilder gewinnen, die formal auf das Korn verweisen, wie es Karsten Kronas in seiner abstrakten, auf  abgelaufenem Papier vergösserten  Arbeit „eternal error“ (2018/2019) zeigt. 

Genauso wichtig ist das Erleben der Fotografie als Prozess der Hinwendung und des sich- Entziehens. Analoge Fotografie ist verführerisch, weil sie nicht verfügbar ist.  Das Latente Bild stellt sich gegen die Omnipräsenz der Smartphonefotografie. Es ist eine Ahnung, auf deren Enthüllung man warten muss,  sie erfordert Kenntnis und Zuwendung. Auch das Abbildungsobjekt erhält einen anderen Status: Seine Wirkung ist nicht per Knopfdruck zu überprüfen. Es bleibt geheimnisvoll, ganz zu Schweigen vom Nervenkitzel der Filmentwicklung. 

Die Jagd, das Abenteuer, die Möglichkeit zu Scheitern: das Erlebnis der analogen Fotografie hat eine psychologische Dimension. Der  Innenraum der Fotografin erfährt eine  Resonanz. Emilia Hesse (23) formuliert es  für ihre Porträts von Schauspielerinnen in New York so: „Die analoge Fotografie behält für mich die Magie des Unvorhersehbaren und ermöglicht es mir, Dinge zum Vorschein zu bringen, die ich mir selbst nicht hätte vorstellen können“.

Alexander Gehring schreibt zu den ätherisch  aus dem Dunkel leuchtenden Bildern in „Messages from the Darkroom“ und „Alchemy of Colour“: Im fotografischem Labor wird der Prozess der Bildfindung verlangsamt und verdichtet sich zu einer Meditation über das Abgelichtete. Es hilft dabei,  das eigene Arbeiten zu reflektieren und sich dem Kanon der Bild-Überproduktion zu entziehen.

Endlichkeit und Entschleunigung sind  auch Themen der „American Roadside“ Polaroids von Rebecca Hackemann , fotografiert in verlassenen Orte entlang ehemaliger Highways. „ Sofortbildfotografie kann konzeptionell als eine Reise auf den kleinen Nebenstraßen Amerikas interpretiert werden: entgegengesetzt der  Massenproduktion, low tech  und langsam, in dem Sinn, dass ihre Verbreitung in der ursprünglichen Form nur an einem Ort, zu einer Zeit, als Einzelstück möglich ist.

Ausgangspunkt der eigenen fotografischen Biographie war bei Generationen vor der Digitalisierung die Dunkelkammer. So stehen Bilder der analogen Fotografie auch stellvertretend für die Entwicklung einer fotografische Identität, die für viele über 35 zunächst zwangsläufig analog war.  

Die Arbeiten „Color Lab Club“ von Laura Bielau thematisieren fotografische Produktionsprozesse  und Rezeptionen. Dunkelkammer und Studio sind Orte der Produktion als auch der Reflektion von Fotografie. Sie nutzt die analoge Fotografie als Ausgangspunkt für Ihre Arbeiten mit verschiedenen Techniken, die sich in Richtung Schrift und Skulptur, Malerei und Film öffnen.

Auch Erica Shires kombiniert das Analoge mit einer Vielzahl weiterer Verfahren:  mit ihrer Reihe „Space Girl“ untersucht sie Vorgehensweisen wie  Unikat/Sequenz/Bewegtbild unter Verwendung des historischen Nassplatten-Kollodium-Prozesses in Kombination mit Augmented Reality.

Auf dem Bild „Tal“ aus „A Portrait oft he Artist as a Young Mother“, in 160×125 cm analog vergössert, sieht man ein Foto, das zu Boden segelt, angehalten im Fall. Man ahnt, was davor passiert ist (meine Tochter hält sie Wäscheklammer in der Hand, mit der das Bild an der Leine befestigt war), und natürlich auch, wo das Bild, der Schwerkraft folgend, landen wird.

In dem fotografischen Fragment ist es der Zeit und der Zerstörung entrückt, wie es nur die Fotografie kann, und nur die analoge Fotografie auf eine so magische und herausfordernde Weise. Das unretuschierte Negativ ist der Beweis, das „es-ist-so-gewesen“.

Diesen entscheidenden Moment finde ich kaum in der Million Bildern auf Instagram, die mit dem Tag #filmisnotdead versehen sind. Die Community, die hier massenhaft analoge Bilder produziert, bevorzugt nicht das exakte, handwerklich gute Bild. Ihre Bilder sind unscharf, emotional,  bestenfalls subjektiv, aber oft einfach nur falsch belichtet. Tausende von Followern haben sie trotzdem,.

Vielleicht geht es um die Freude des Nichtbeherrschens und einfach draufloslegens, um ein experimentelles ausloten dessen, was alles Schönes bei Bildfehlern entstehen  kann. Oder es gibt eine tiefere Bedeutung:   Eine Verschiebung hin zur Abstraktion  und Eigenständigkeit des Materials, ähnlich der in der Malerei, nachdem sie von ihrer Funktion des Abbildens durch das Aufkommen der Fotografie befreit wurde. 

Und auch zu einem Motiv von Karsten Kronas, das den Beginn des Filmstreifens zeigt, gibt es eine populären Hashtag. #firstframefilmclub.

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